In der Anzeige werden keine
konkreten Angaben zur Zusammensetzung gemacht. Es handelt ich um ein
Konjac-Extrakt-haltiges Präparat mit 0,5 g Glucomanan.
Diese interessante Verbindung, in ähnlicher Form auch
als Konjak-Extrakt bekannt, ist ein Quell- oder Ballaststoff, der bei ausreichender Dosierung und
reichlicher Flüssigkeitszufuhr durch einen Volumeneffekt im Magen ein Sättigungsgefühl
verursachen kann.
Die Pflanze, aus das
sogenannte Konjakmehl gewonnen wird, heißt Amorphophallus konjac.
- Die Verbraucher-Zentrale
Nordrhein schreibt zum Thema Konjak [4]:
-
- „Konjak-Wurzel
- was ist das?
Verschiedene
Pillen, die schlank machen sollen, enthalten als Hauptbestandteil Konjak-Wurzel.
Die Konjak-Pflanze stammt aus
Asien und ist eine Gemüsepflanze, deren Knolle nach dreijähriger Anbauzeit
geerntet wird. Das Besondere an der Konjak-Kultur: Die Pflanze wird im Frühjahr
gesetzt und im Herbst ausgegraben, über den Winter gelagert und im nächsten Frühjahr
erneut gepflanzt. Die Knolle besteht zu 80 % aus unverdaulichen Kohlenhydraten,
d. h., sie ist praktisch kalorienfrei. Durch den hohen Anteil an Galaktomananen,
die auch im Johannisbrotkernmehl vorkommen, kann eine große Menge Wasser
gebunden werden. Aufgrund dieser Eigenschaft wird das Mehl der Knolle in Asien
seit Jahrhunderten als Bindemittel eingesetzt. Glasnudeln, geleeartige Nudeln (Shiritaki)
und Würfel (Konnyaku) werden daraus hergestellt. Konjakmehl ist in Italien und
Frankreich bekannter als in Deutschland: ca. 1000 t werden in der EU pro Jahr
verarbeitet. Mit 100 DM pro kg ist das Mehl recht teuer; allerdings werden nur
geringe Mengen benötigt. Die Fähigkeit des Mehls, großer Wassermengen zu
binden, dadurch aufzuquellen und somit sättigend zu wirken, hat zum Einsatz in
Schlankheitspillen geführt. Zusammen mit ausreichend Flüssigkeit und
rechtzeitig vor einer Mahlzeit eingenommen, verspricht die Werbung das, wovon
viele Übergewichtige träumen: Einen schnellen Gesichtsverlust ohne Hungern bei
ungeänderten Verzehrsgewohnheiten. Als Nahrungsergänzungen „Feminin Pro“
und „Netto 62“ sind die Pillen, in Apotheken erhältlich. Preis: DM 49,50 für
40 Stück. Ein teures Vergnügen bei ein bis zwei Kapseln pro Tag. Über die
genaue Zusammensetzung sowie den Erfolg der Produkte hüllt sich der Hersteller,
die Firma Grützemann in Münster, in Schweigen. Schriftliche Informationen, außer
denen des Beipackzettels, gibt es angeblich nicht, auch nicht für Apotheker.
Das Fazit der
Verbraucher-Zentrale NRW zu den Schlankheitspillen: Sättigend, unschädlich und
sehr teuer. Abnehmen ist preiswerter und appetitlicher zu haben."
Die Firma Behr
und Wunderlich, [1] die Konjakmehl als
Lebensmittelzusatzstoff E 425 unter dem Namen Propol RS vertreibt, gibt an, dass
ein Gramm dieser Zubereitung nach Einnahme 100 Gramm Wasser bindet, ein ganz
erstaunlicher Wert. Diese Angaben werden in Veröffentlichungen [2] bestätigt.
In diesen von der Firma Behr freundlicherweise zur Verfügung gestellten
Untersuchungen werden von verschiedenen Autoren positive Effekte auf Gewicht,
Blutfett- und Zuckerwerte beschrieben. Diese Ergebnisse sind allerdings bis auf
eine Ausnahme [3] mit relativ wenigen Versuchsteilnehmern (20 - 35) und kurzer
Anwendungsdauer (ein bis drei Monate) erreicht worden; Langzeitwirkungen werden
nicht beschrieben.
Ein weiteres Problem ist die
zugeführte Menge Glukomannan, in den Veröffentlichungen zwischen drei und 4,5
Gramm täglich. Diese Dosis wird mit dem hier beworbenen Produkt durch Einnahme
von sechs bzw. neun Kapseln erreicht.
- [1] Behr, Wunderlich
& Co. KG, Gertrudenkirchhof 10, 20095 Hamburg, Telefon 0 40/3 25 89 00,
Fax 0 40/32 68 96
[2] David E. Walsh, Vazgen Yagouian, Ali
Behforooz; Effect of glucomannan on obese patients; a clinical study;
International Journal of Obesity, 8, 289 - 293 (1984)
[3] Maria Luisa Berrizbeitia, Luis Jose
Marsicano, Jose A. Mondelo; Military Hospital, Caracas, Department of
Cardiology
[4] Verbraucher-Zentrale Nordrhein, KnackPunkt 1,
17 (1997)