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Lorex

Der Vertreiber dieses Mittels wurde von uns am 14.11.2003 schriftlich um Zusendung von näheren Informationen gebeten; bis jetzt kam keine Antwort.

Wir konnten keinen Beweis für die hier behaupteten Wirkungen finden.

Bewertung nach den Kriterien der Checkliste der Verbraucherzentrale Hessen und den zehn Indizien für Quacksalberei des Arzneitelegramms:

Hände weg!

 
Anzeige 
lorex.jpg (76436 Byte)

Ende der Anzeige 

 

In der Anzeige werden keine konkreten Angaben zur Zusammensetzung gemacht. Es handelt ich um ein Konjac-Extrakt-haltiges Präparat mit 0,5 g Glucomanan.

Diese interessante Verbindung, in ähnlicher Form auch  als Konjak-Extrakt bekannt, ist ein Quell- oder Ballaststoff, der bei ausreichender Dosierung und reichlicher Flüssigkeitszufuhr durch einen Volumeneffekt im Magen ein Sättigungsgefühl verursachen kann.

Die Pflanze, aus das sogenannte Konjakmehl gewonnen wird, heißt Amorphophallus konjac. 

Die Verbraucher-Zentrale Nordrhein schreibt zum Thema Konjak [4]:
 
Konjak-Wurzel - was ist das?

Verschiedene Pillen, die schlank machen sollen, enthalten als Hauptbestandteil Konjak-Wurzel.
Die Konjak-Pflanze stammt aus Asien und ist eine Gemüsepflanze, deren Knolle nach dreijähriger Anbauzeit geerntet wird. Das Besondere an der Konjak-Kultur: Die Pflanze wird im Frühjahr gesetzt und im Herbst ausgegraben, über den Winter gelagert und im nächsten Frühjahr erneut gepflanzt. Die Knolle besteht zu 80 % aus unverdaulichen Kohlenhydraten, d. h., sie ist praktisch kalorienfrei. Durch den hohen Anteil an Galaktomananen, die auch im Johannisbrotkernmehl vorkommen, kann eine große Menge Wasser gebunden werden. Aufgrund dieser Eigenschaft wird das Mehl der Knolle in Asien seit Jahrhunderten als Bindemittel eingesetzt. Glasnudeln, geleeartige Nudeln (Shiritaki) und Würfel (Konnyaku) werden daraus hergestellt. Konjakmehl ist in Italien und Frankreich bekannter als in Deutschland: ca. 1000 t werden in der EU pro Jahr verarbeitet. Mit 100 DM pro kg ist das Mehl recht teuer; allerdings werden nur geringe Mengen benötigt. Die Fähigkeit des Mehls, großer Wassermengen zu binden, dadurch aufzuquellen und somit sättigend zu wirken, hat zum Einsatz in Schlankheitspillen geführt. Zusammen mit ausreichend Flüssigkeit und rechtzeitig vor einer Mahlzeit eingenommen, verspricht die Werbung das, wovon viele Übergewichtige träumen: Einen schnellen Gesichtsverlust ohne Hungern bei ungeänderten Verzehrsgewohnheiten. Als Nahrungsergänzungen „Feminin Pro“ und „Netto 62“ sind die Pillen, in Apotheken erhältlich. Preis: DM 49,50 für 40 Stück. Ein teures Vergnügen bei ein bis zwei Kapseln pro Tag. Über die genaue Zusammensetzung sowie den Erfolg der Produkte hüllt sich der Hersteller, die Firma Grützemann in Münster, in Schweigen. Schriftliche Informationen, außer denen des Beipackzettels, gibt es angeblich nicht, auch nicht für Apotheker.
Das Fazit der Verbraucher-Zentrale NRW zu den Schlankheitspillen: Sättigend, unschädlich und sehr teuer. Abnehmen ist preiswerter und appetitlicher zu haben."

Die Firma Behr und Wunderlich, [1] die Konjakmehl als Lebensmittelzusatzstoff E 425 unter dem Namen Propol RS vertreibt, gibt an, dass ein Gramm dieser Zubereitung nach Einnahme 100 Gramm Wasser bindet, ein ganz erstaunlicher Wert. Diese Angaben werden in Veröffentlichungen [2] bestätigt. In diesen von der Firma Behr freundlicherweise zur Verfügung gestellten Untersuchungen werden von verschiedenen Autoren positive Effekte auf Gewicht, Blutfett- und Zuckerwerte beschrieben. Diese Ergebnisse sind allerdings bis auf eine Ausnahme [3] mit relativ wenigen Versuchsteilnehmern (20 - 35) und kurzer Anwendungsdauer (ein bis drei Monate) erreicht worden; Langzeitwirkungen werden nicht beschrieben.

Ein weiteres Problem ist die zugeführte Menge Glukomannan, in den Veröffentlichungen zwischen drei und 4,5 Gramm täglich. Diese Dosis wird mit dem hier beworbenen Produkt durch Einnahme von sechs bzw. neun Kapseln erreicht.

[1] Behr, Wunderlich & Co. KG, Gertrudenkirchhof 10, 20095 Hamburg, Telefon 0 40/3 25 89 00, Fax 0 40/32 68 96
[2] David E. Walsh, Vazgen Yagouian, Ali Behforooz; Effect of glucomannan on obese patients; a clinical study; International Journal of Obesity, 8, 289 - 293 (1984)
[3] Maria Luisa Berrizbeitia, Luis Jose Marsicano, Jose A. Mondelo; Military Hospital, Caracas, Department of Cardiology
[4] Verbraucher-Zentrale Nordrhein, KnackPunkt 1, 17 (1997)
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