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Noni

In zahlreichen Anzeigen und Homepages werden wahre Wunderdinge über Noni behauptet, auch diese Pflanze wird unter anderem als wirksam gegen Krebs propagiert.

Wir konnten keinerlei Beweise für irgendeinen positiven Effekt dieser Pflanze finden.

Verschiedene von uns angeschriebene Firmen beschränkten sich auf Formulierungen wie "bringt die Enzyme in Ihrem Körper in Schwung", "Sie werden begeistert sein von Ihrer neuen Vitalität und Leistungsfähigkeit. Starke Abwehrkräfte geben Viren und Bakterien wenig Chancen". [3] Ein anderer Vertreiber schreibt nur "wird ... vor allem von den Muscheltauchern noch heute zur Stärkung verzehrt."

Die unabhängige Zeitschrift arznei-telegramm (keine Anzeigen!) schreibt zu diesem Thema [1]:

"Früchte und andere Bestandteile des in Asien, Australien und Polynesien heimischen Morinda -Strauches (Morinda citrifolia, Noni, indische Maulbeere u.a.) sollen schon vor Tausenden von Jahren zur Linderung von Diabetes, Gelenk-, Altersbeschwerden u.a. gedient haben. Mit Noni scheint wieder ein Modemittel aus den USA (Hawaii u.a.) zu uns zu gelangen. Es handelt sich nicht um Arzneimittel. Im Internet wird der Verkauf als "das perfekte Geschäft" angepriesen: "weiterempfehlen + Geld verdienen". Noni soll mit Erfolgsquoten von 58% bis 91% gegen praktisch alles  wirken (Allergien, Bluthochdruck, Depressionen, Konzentrationsstörungen, Krebs, Nikotinabhängigkeit u.a.).
Saft-, Kapsel- beziehungsweise Pulverzubereitung enthalten Anthranoide (deshalb in einigen Regionen als Abführmittel verwendet), andere Alkaloide, organische Säuren, Vitamine und Mineralien. Angeblich lebensverlängernde Effekte bei Mäusen mit Lungenkarzinom werden auf stimulierende Wirkungen auf das Immunsystem zurückgeführt. Belege für einen klinischen Nutzen von Noni-Produkten lassen sich nicht finden. Auch fehlen Daten zur Toxikologie. Achtung: Anthranoide sind potenzielle Kanzerogene (a-t 1999; Nr. 5: 56). Von dem Gebrauch der bis zu 250 DM teuren Produkte ist abzuraten."

Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) weist in einer Pressemitteilung darauf hin, dass der Verkauf aller Noni-Zubereitungen in Deutschland illegal ist, weil die erforderliche Zulassung als Lebensmittel nach Prüfung der eingereichten Unterlagen nicht möglich ist. Außerdem sei es fraglich, ob es sich bei Noni-Produkten überhaupt um Lebensmittel oder nicht vielmehr um Arzneimittel handelt. Es müsse vor allem belegt werden, dass die in der Literatur beschriebenen und in der Werbung ausgelobten pharmakologisch sowie toxikologisch bedeutsamen Substanzen (z. B. Anthranoide, Xeronin, Porxeronin) nicht bzw. nur in unbedenklichen Konzentrationen indem Produkt enthalten sind [2].
Seit Juni 2003 darf der Fruchtsaft aus Morinda citrifolia in der Europäischen Gemeinschaft als neuartige Lebensmittelzutat in pasteurisierten Fruchtsaftgetränken in Verkehr gebracht werden.
[4]

Bewertung nach den zehn Indizien für Quacksalberei des Arzneitelegramms:

Hände weg!

[1] arznei-telegramm 2000; Jg. 31, 22
[2] Pharmazeutische Zeitung 08/2001, Seite 9  (20.1.2001)
[3] Pharmos GmbH, Uffing (7.3.00)
[4] Pharmazeutische Zeitung 40/2003, 5076  (2.10.2003)

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